„Kundengewinnung klappt nicht und geht oft schief." So heißt ein Thread im Subreddit r/selbststaendig, 60 Kommentare, einen Monat alt. Die Antworten dort sind ehrlich: Du brauchst erst einen Ruf, das dauert, und nebenbei musst du ja noch arbeiten. Genau da hängen die meisten Maßnahmen zur Kundengewinnung. Das Wissen ist da. Die Stunden fehlen. Deshalb bekommst du hier keine 39 Ideen. Du bekommst neun Maßnahmen in einer festen Reihenfolge, jede mit Zeitaufwand pro Woche und mit dem KI-Handgriff, der sie kürzer macht.
Das Wichtigste in Kürze
Kundengewinnung scheitert bei Selbstständigen selten an Ideen. Sie scheitert daran, dass alle Ideen gleichzeitig laufen sollen.
Die neun Maßnahmen bauen aufeinander auf: zwei einmalige zum Fundament, sieben laufende, die zusammen unter fünf Stunden pro Woche bleiben.
Jede laufende Maßnahme bekommt einen festen Slot im Wochenplan und einen KI-Workflow, der die Schreibarbeit übernimmt.
Kaltakquise steht mit Absicht am Ende. Vorher kommen die Wege, die Bestandskunden und Empfehlungen nutzen.
Warum die üblichen Maßnahmen zur Kundengewinnung an der Zeit scheitern
Maßnahmen zur Kundengewinnung sind alle Aktivitäten, mit denen du fremde Menschen zu zahlenden Kunden machst: von der Positionierung über die Sichtbarkeit bis zum Angebot. Die Ratgeber auf den ersten Google-Plätzen listen dafür zwischen acht und 39 Möglichkeiten. Keiner davon sagt dir, wie viele Stunden pro Woche eine Maßnahme kostet oder in welcher Reihenfolge du sie angehst.
Dabei ist Zeit der Engpass. Laut BAuA-Arbeitszeitbefragung arbeiten Selbstständige mit Mitarbeitenden im Schnitt rund 48 Stunden pro Woche, Solo-Selbstständige rund 37 Stunden, und 46 Prozent der Solo-Selbstständigen arbeiten regelmäßig am Wochenende. Das Statistische Bundesamt zählt für 2025, dass 44,5 Prozent der Selbstständigen mit Beschäftigten mindestens 49 Stunden pro Woche arbeiten. Bei Angestellten in Vollzeit sind es 4,1 Prozent.
In diesen Wochen soll dann noch Kundengewinnung stattfinden. Drei Fehler sehen wir dabei immer wieder.
Erstens: alles gleichzeitig. Montag Instagram, Dienstag Newsletter, Mittwoch Telefon, Donnerstag Messe-Recherche. Nach drei Wochen ist alles halb angefangen, und der Kalender sieht aus wie vorher.
Zweitens: keine Grundlage. Die Posts, die Mails und das Angebot werden jedes Mal neu erfunden, weil nirgends steht, für wen du eigentlich arbeitest und was dich unterscheidet.
Drittens: KI als Textautomat ohne Kontext. ChatGPT schreibt in 20 Sekunden einen LinkedIn-Post. Ohne Wissen über deinen Kunden klingt der wie der Durchschnitt des Internets. In unserer Umfrage unter 1.264 Newsletter-Lesern im Juni 2026 nannten 22 Prozent das Prompten selbst als größtes Problem, elf Prozent die Umsetzung ins Tagesgeschäft.
Die Lösung ist kein weiterer Kanal. Es ist eine Reihenfolge.
Das System: Vier Stufen, neun Maßnahmen, unter fünf Stunden pro Woche
Jede Maßnahme unten gehört zu einer von vier Stufen. Fundament (was du anbietest und wem), Sichtbarkeit (wie dich Fremde finden), Anfrage (wie aus Interesse ein Gespräch wird) und Abschluss (wie aus dem Gespräch ein Auftrag wird). Die Stufen greifen ineinander. Wer bei Sichtbarkeit anfängt, ohne das Fundament zu haben, produziert Reichweite für die falschen Leute.

Die zwei Maßnahmen im Fundament machst du einmal. Die anderen sieben laufen jede Woche, jede in einem festen Zeitfenster.
Nr. | Maßnahme | Stufe | Aufwand | Rhythmus |
|---|---|---|---|---|
1 | Wunschkunde und Positionierung festlegen | Fundament | 3 Stunden | einmalig, dann halbjährlich prüfen |
2 | Angebot in drei Stufen packen | Fundament | 2 Stunden | einmalig |
3 | Bestandskunden und alte Kontakte reaktivieren | Anfrage | 30 Minuten | wöchentlich |
4 | Empfehlungen und Bewertungen einholen | Anfrage | 20 Minuten | wöchentlich |
5 | Ein Kanal, ein Rhythmus | Sichtbarkeit | 2 Stunden | wöchentlich |
6 | Lead Magnet mit Landingpage | Anfrage | 1 Nachmittag | einmalig, dann automatisch |
7 | Newsletter als Nachfass-Maschine | Anfrage | 45 Minuten | alle zwei Wochen |
8 | Warme Direktansprache | Abschluss | 45 Minuten | wöchentlich |
9 | Vier Zahlen messen | Abschluss | 15 Minuten | wöchentlich |
Laufender Aufwand pro Woche: rund 4 Stunden und 40 Minuten. Das ist weniger als ein Arbeitstag, und es ist planbar.
Die 9 Maßnahmen zur Kundengewinnung im Einzelnen
1. Wunschkunde und Positionierung festlegen
Alles, was danach kommt, greift auf diese drei Stunden zurück. Als wir unsere Leser gefragt haben, welche Marketing-Aufgabe sie am liebsten komplett abgeben würden, stand „Positionierung schärfen" mit Abstand vorn. Der Grund ist einfach: Es fühlt sich nach Theorie an, und keiner weiß, wann man fertig ist.
Fertig bist du, wenn drei Sätze stehen. Für wen du arbeitest (Branche, Größe, Rolle). Welches Problem du löst (als Ergebnis, nicht als Leistung). Und warum jemand dich nimmt und nicht den Anbieter drei Straßen weiter.
Der KI-Handgriff: Gib ChatGPT oder Claude deine Website-Adresse und drei Kundenprojekte der letzten zwölf Monate. Lass dir daraus ein Kundenprofil in sieben Kapiteln schreiben: Wer die Person ist, was sie nachts wach hält, wofür sie bezahlt, wo sie dir zum ersten Mal begegnet, welche Einwände sie hat, was sie überzeugt und wie ihr Arbeitstag aussieht. Das Profil speicherst du als Datei. Ab jetzt hängst du es an jeden Prompt an, der Text für Kunden erzeugen soll. Warum dieser eine Schritt den Unterschied zwischen Tool und System ausmacht, haben wir im Artikel KI-Marketing-System vs. KI-Tool beschrieben.
Typischer Fehler: Die Positionierung als Lebenslauf schreiben. „Beraterin für Digitalisierung" sagt einem Wunschkunden nichts. „Ich helfe Steuerkanzleien mit fünf bis zwanzig Leuten, die Mandantenkommunikation in drei Monaten zu halbieren" sagt alles.
2. Angebot in drei Stufen packen
Ein Angebot, das du jedes Mal neu zusammenstellst, kostet dich pro Anfrage eine Stunde und den Kunden Vertrauen. Drei feste Stufen lösen beides. Ein Einstieg, den man ohne Rücksprache buchen kann. Ein Standard, der 70 Prozent deiner Kunden passt. Und eine große Lösung für die, die alles wollen.
Der KI-Handgriff: Lass dir aus deinem Kundenprofil und deinen letzten zehn Rechnungen drei Pakete mit Preis, Umfang und Empfehlung bauen, welches nach vorn gehört. Dann kürze, bis jedes Paket auf eine halbe Seite passt.
Typischer Fehler: Das kleinste Paket zu klein machen, damit es billig aussieht. Der Einstieg muss ein echtes Ergebnis liefern, sonst empfiehlt niemand weiter.
3. Bestandskunden und alte Kontakte reaktivieren
Die billigste Maßnahme zur Kundengewinnung steht in keinem Ratgeber ganz oben, weil sie unspektakulär ist. Deine früheren Kunden kennen dich und haben deine Nummer gespeichert. Trotzdem hören sie nach Projektende nie wieder von dir.
Der Wochenslot dafür: 30 Minuten, drei Personen. Kein Angebot, keine Rabattaktion. Eine kurze Nachricht mit einem konkreten Anlass: ein Artikel, der zu ihrem Thema passt, eine Frage, wie das Projekt sich entwickelt hat, ein Hinweis auf eine Änderung, die sie betrifft.
Der KI-Handgriff: Führe eine einfache Tabelle mit Name, letztem Kontakt, Thema und nächstem Anlass. Lass die KI jeden Freitag aus dieser Tabelle drei Nachrichtenentwürfe schreiben, im Ton deines Kundenprofils. Du änderst einen Satz pro Nachricht und schickst sie ab.
Rechtlicher Rahmen: Bei Bestandskunden erlaubt § 7 Absatz 3 UWG Werbung per E-Mail für ähnliche Leistungen, wenn du die Adresse beim Kauf bekommen hast und der Kunde nicht widersprochen hat. Eine persönliche Nachricht mit einem Anlass ist ohnehin keine Massenwerbung.
4. Empfehlungen und Bewertungen einholen
Im Reddit-Thread oben steht der Satz, der alles zusammenfasst: Du musst eine Kundenbasis aufbauen, die dich im Idealfall weiterempfiehlt. Das Wort „Idealfall" ist das Problem. Empfehlungen passieren, wenn du sie einplanst.
Der Wochenslot: 20 Minuten. Jeder Kunde, dessen Projekt in dieser Woche gut zu Ende ging, bekommt zwei Dinge. Die Frage, ob er eine Bewertung auf deinem Google-Unternehmensprofil hinterlässt, mit direktem Link. Und die Frage, ob ihm jemand einfällt, der dasselbe Problem hat. „Kennst du jemanden" bringt dabei wenig. Besser: „Wer in deinem Netzwerk hat gerade dasselbe Thema wie du vor drei Monaten?"
Der KI-Handgriff: Zwei Vorlagen, einmal geschrieben, dann nur noch personalisiert. Lass die KI außerdem aus jeder Bewertung, die reinkommt, einen Satz für deine Website ziehen. Aus „super Zusammenarbeit" wird so „Innerhalb von sechs Wochen 40 Prozent weniger Rückfragen aus dem Vertrieb".
Typischer Fehler: Erst nach Empfehlungen fragen, wenn der Auftragsbestand leer ist. Dann klingt es nach Not.
5. Ein Kanal, ein Rhythmus
Sichtbarkeit ist die Maßnahme, bei der die meisten die meiste Zeit verlieren. Drei Kanäle mit je einem halben Post pro Woche bringen weniger als ein Kanal mit zwei ganzen. Für Selbstständige, die an Unternehmen verkaufen, ist dieser Kanal in der Regel LinkedIn. Für lokale Dienstleister kann es das Google-Unternehmensprofil mit wöchentlichen Beiträgen sein, für Handwerker Instagram.
Der Wochenslot: zwei Stunden. Ein Block am Montag für zwei Beiträge, zwei Blöcke à 20 Minuten für Kommentare bei Leuten, die dein Wunschkunde liest. Wie das auf LinkedIn im Detail aussieht, inklusive Profil und Wochenplan, steht im Artikel zur LinkedIn-Kundengewinnung.
Der KI-Handgriff: Ein Klick, fünf Beitragsideen, die zu deinem Kundenprofil und zum Thema der Woche passen. Du wählst eine und lässt sie ausschreiben. Dann änderst du den ersten Satz so lange, bis er nach dir klingt. Das dauert 20 Minuten statt 90. Was dabei zu beachten ist, damit die Texte nach dir klingen, erklären wir in KI-Texte schreiben.
Typischer Fehler: Die Ideen der „X Gurus" nachbauen, über die sich ein Reddit-Nutzer im Thread „Welcher Content interessiert euch" beschwert. Dein Wunschkunde will keinen Motivationspost. Er will sehen, dass du sein Problem schon dreimal gelöst hast.
6. Lead Magnet mit Landingpage
Sichtbarkeit ohne Auffangbecken ist Wasser, das durch die Finger läuft. Ein Lead Magnet ist etwas, das dein Wunschkunde freiwillig herunterlädt und dir dafür seine E-Mail-Adresse gibt: eine Checkliste, ein Rechner, eine Vorlage. Dahinter steht eine Landingpage mit genau einem Ziel.
Der Aufwand: ein Nachmittag, einmal. Danach arbeitet die Seite allein. Jeder Beitrag aus Maßnahme 5 zeigt auf sie.
Der KI-Handgriff: Lass dir aus deinem Kundenprofil fünf Ideen für Lead Magnete vorschlagen, die zu den Einwänden deines Wunschkunden passen. Wähle die, die du in zwei Stunden bauen kannst. Für die Landingpage gibst du der KI fünf Antworten: Für wen, welches Problem, was der Download bringt, was danach passiert, warum du. Heraus kommt ein erster Seitenentwurf, den du in deinem Website-Baukasten nachbaust. Wie so eine Seite aufgebaut ist, zeigen wir Schritt für Schritt in Landingpage mit KI erstellen.
Typischer Fehler: Ein 40-seitiges E-Book. Niemand liest es, und es kostet dich zwei Wochen. Eine Ein-Seiten-Checkliste, die ein konkretes Problem löst, konvertiert besser.
Die Adresse aus Maßnahme 6 ist nur so viel wert wie das, was danach kommt. Ein Newsletter alle zwei Wochen hält den Kontakt zu Leuten, die noch nicht kaufen wollen, aber irgendwann werden. Bei uns bringt E-Mail seit Jahren mehr Anfragen als jeder andere Kanal, und er kostet fast nichts.
Der Slot: 45 Minuten alle zwei Wochen. Eine Ausgabe, ein Thema, ein Tipp, ein Hinweis auf dein Angebot. Kein Rundbrief über alles, was passiert ist.
Der KI-Handgriff: Der Beitrag aus Maßnahme 5, der in dieser Woche am besten lief, wird zum Newsletter umgeschrieben. Die KI kennt Kundenprofil und Ton, du gibst den Beitrag rein und bekommst einen Entwurf mit Betreffzeile zurück. Unser Guide zur Content-Erstellung mit KI zeigt, wie du aus einem Text vier Formate machst.
Rechtlicher Rahmen: Für Newsletter an neue Kontakte brauchst du die ausdrückliche Einwilligung, das schreibt § 7 Absatz 2 UWG vor. Double-Opt-in ist der Standard, jedes Newsletter-Tool kann das.
8. Warme Direktansprache statt Kaltakquise
„Soll ich die einfach anschreiben?" Diese Frage stellt ein Gründer im Thread „Mein kleines 1 mal 1 der Kundengewinnung" auf Reddit. Die ehrliche Antwort: Ja, aber nicht kalt.
Warm heißt: Die Person hat vorher schon mit dir zu tun gehabt. Sie hat deinen Beitrag kommentiert, deinen Lead Magnet geladen, deinen Newsletter geöffnet oder ist eine Empfehlung aus Maßnahme 4. Genau deshalb steht diese Maßnahme so weit hinten. Ohne die sechs davor gibt es niemanden, den du warm ansprechen könntest.
Der Wochenslot: 45 Minuten, fünf Personen. Eine kurze Nachricht mit Bezug auf das, was die Person getan hat, und einer Frage, keine Verkaufsseite. „Sie haben unsere Checkliste zur Mandantenkommunikation geladen. Wo hakt es bei Ihnen gerade am meisten?"
Der KI-Handgriff: Bevor du das erste Gespräch führst, übst du es. Lass die KI deinen Wunschkunden spielen, mit seinen Einwänden aus dem Profil, und antworte so lange, bis dir die Antwort auf „zu teuer" von selbst einfällt. Wie so eine Vorbereitung mit KI aussieht, beschreibt der Artikel Mit KI selbstbewusster verhandeln.
Rechtlicher Rahmen: Nach § 7 Absatz 2 UWG ist Telefonwerbung gegenüber Verbrauchern ohne ausdrückliche Einwilligung unzulässig. Gegenüber Unternehmen reicht eine mutmaßliche Einwilligung, etwa weil dein Angebot zum Geschäft des Angerufenen passt. Werbe-E-Mails an Fremde brauchen in beiden Fällen die ausdrückliche Einwilligung. Eine persönliche Nachricht auf LinkedIn an jemanden, der deinen Beitrag kommentiert hat, ist davon nicht betroffen, solange sie keine Massenware ist.
9. Vier Zahlen messen
Ohne Zahlen weißt du nach acht Wochen nicht, ob das System läuft oder du nur beschäftigt warst. Vier Zahlen reichen, und sie passen in eine Tabelle mit vier Spalten.
Zahl | Woher | Was sie dir sagt |
|---|---|---|
Anfragen pro Woche | Postfach, Kontaktformular, LinkedIn-Nachrichten | Ob Sichtbarkeit und Lead Magnet arbeiten |
Gespräche pro Woche | Kalender | Ob aus Anfragen Termine werden |
Aufträge pro Monat | Rechnungen | Ob das Angebot passt |
Quelle je Auftrag | Eine Frage beim Erstgespräch: „Wie sind Sie auf mich gekommen?" | Welche Maßnahme du ausbauen solltest |
Der Slot: 15 Minuten am Freitag. Nach vier Wochen siehst du, wo es klemmt. Viele Anfragen, wenige Gespräche: Die Nachricht aus Maßnahme 8 ist zu lang. Viele Gespräche, wenige Aufträge: Zurück zu Maßnahme 2, das Angebot ist unklar. Keine Anfragen: Maßnahme 5 braucht noch Zeit. Nach unserer Erfahrung dauert es sechs bis acht Wochen, bis die ersten Anfragen aus Sichtbarkeit kommen. Aufträge aus Maßnahme 3 und 4 kommen oft schon in Woche zwei.
Die Reihenfolge: Womit du diese Woche anfängst
Wer alle neun Maßnahmen am selben Montag startet, hat am Freitag neun halbe Sachen. Die Reihenfolge unten haben wir mit Selbstständigen aus unserem Netzwerk in den letzten zwei Jahren so oft durchgespielt, dass wir ihr trauen.
Woche 1 und 2: Fundament. Kundenprofil und drei Angebotsstufen. Fünf Stunden insgesamt, dann ist das erledigt. Parallel startest du schon Maßnahme 3, weil sie kein Fundament braucht, nur deine alten Kontakte.
Woche 3 und 4: Anfrage-Wege. Empfehlungs-Vorlagen, Lead Magnet, Landingpage. Der Nachmittag für den Lead Magnet liegt in Woche 3.
Ab Woche 5: Sichtbarkeit und Rhythmus. Der Kanal läuft, der Newsletter startet, die Direktansprache beginnt mit den ersten Leuten, die auf Beiträge reagiert haben.
Ab Woche 8: Messen und nachjustieren. Ab hier ändert sich am Wochenplan nichts mehr. Er sieht dann so aus:

Sieben Slots, vier Stunden und vierzig Minuten. Der Rest der Woche gehört deinen Kunden.
Tag | Slot | Maßnahme |
|---|---|---|
Montag | 60 Minuten | Zwei Beiträge für den Kanal (Nr. 5) |
Dienstag | 20 Minuten | Kommentare und Vernetzung (Nr. 5) |
Mittwoch | 45 Minuten | Warme Direktansprache, fünf Personen (Nr. 8) |
Donnerstag | 20 Minuten | Kommentare (Nr. 5), alle zwei Wochen plus 45 Minuten Newsletter (Nr. 7) |
Freitag | 30 + 20 + 15 Minuten | Kontakte reaktivieren (Nr. 3), Empfehlungen (Nr. 4), Zahlen (Nr. 9) |
Kundengewinnung mit KI: Was sie abnimmt und was nicht
In den neun Maßnahmen steckt an sieben Stellen ein KI-Handgriff. Auffällig ist, was er jeweils übernimmt: das Schreiben, das Sortieren, das Vorbereiten. Was er nie übernimmt: die Entscheidung, wer dein Kunde ist, und das Gespräch selbst.
Laut der Bitkom-Studie „Marketing im digitalen Wandel 2026" sind 67 Prozent der befragten Unternehmen überzeugt, dass Marketing ohne KI künftig nicht mehr funktioniert, und 76 Prozent erwarten, dass Marketing-Automatisierung wichtiger wird. Gleichzeitig berichten 52 Prozent von fehlenden Kompetenzen für den sinnvollen Einsatz. Die Befragung von 180 Unternehmen ist laut Bitkom ein Stimmungsbild und nicht repräsentativ, aber sie passt zu dem, was wir in Live-Calls hören: Die Tools sind da, das System fehlt.
Das System besteht aus zwei Teilen. Ein Kundenprofil, das jedes Werkzeug kennt. Und feste Zeitfenster, in denen die Werkzeuge benutzt werden. Beides kannst du dir mit ChatGPT und einer Tabelle selbst bauen. Es dauert die fünf Stunden aus Woche 1 und 2 und die Disziplin, das Profil an jeden Prompt zu hängen.
Wer sich das Bauen sparen will: Im Mango Marketing Booster steckt genau dieses System als App. Du gibst deine Website-Adresse ein, die App zieht daraus Firmenprofil, Wunschkunde in sieben Kapiteln und Positionierung, und jedes Modul danach greift darauf zu: LinkedIn-Ideen per Klick, Lead-Magnet-Konzept, Landingpage-Entwurf, Preise in drei Stufen und ein Simulator, in dem du den Einwand „zu teuer" so oft übst, wie du willst. Dazu alle zwei Wochen ein Live-Call mit anderen Selbstständigen, die dieselbe Woche vor sich haben. Was der Booster im Alltag bringt, haben wir im Artikel Marketing mit System ausführlicher beschrieben.
Und wenn du kein Einzelkämpfer bist, sondern ein Team von drei oder mehr Leuten hast, das Kundengewinnung mit KI aufsetzen soll: Dafür gibt es unsere Schulungen für Unternehmen mit einem kostenlosen Potenzial-Check vorab. Wie KI-Marketing im Team funktioniert und was es kostet, steht im Artikel KI-Marketing für KMU.
Was schlechte Kundengewinnung kostet
Ein Argument fehlt in fast allen Ratgebern: die Rechnung. Ein Selbstständiger mit einem Tagessatz von 800 Euro, der im Monat einen Auftrag weniger bekommt, weil die Anfrage-Wege fehlen, verliert im Jahr rund 40.000 Euro. Nicht durch Fehler. Durch Nichtstun. Die vollständige Rechnung, inklusive der Stunden, die in Tool-Sammlungen versickern, findest du im Artikel zu den Opportunitätskosten im Marketing.
Gegen diese 40.000 Euro stehen 4 Stunden und 40 Minuten pro Woche. Das ist die Rechnung, die den Kalender freiräumt.

Zum Abhaken: zwei Maßnahmen einmalig, sieben im Wochenrhythmus.
Häufige Fragen zur Kundengewinnung
Welche Ideen gibt es für die Kundengewinnung? Mehr als du brauchst. Die üblichen Listen nennen Empfehlungen, Bewertungen, Website und SEO, Social Media, Newsletter, Netzwerk und Veranstaltungen, Kooperationen, Anzeigen, Telefon und Print. Die Frage ist selten, welche Idee fehlt, sondern welche zuerst kommt. Die neun Maßnahmen oben sind unsere Antwort darauf.
Wie kann ich als Selbstständiger ohne Werbebudget Kunden gewinnen? Mit den Maßnahmen 3, 4, 5 und 8: alte Kontakte reaktivieren, Empfehlungen einplanen, einen Kanal regelmäßig bespielen und Leute ansprechen, die darauf reagiert haben. Alles davon kostet Zeit, kein Geld. Anzeigen sind erst sinnvoll, wenn Angebot und Landingpage stehen.
Wie viel Zeit pro Woche braucht Kundengewinnung? Mit dem System oben rund 4 Stunden und 40 Minuten, dazu einmalig fünf Stunden für das Fundament und ein Nachmittag für den Lead Magnet. Ohne KI-Unterstützung rechne mit dem Doppelten, vor allem für Texte.
Wie lange dauert es, bis die ersten Kunden kommen? Aus reaktivierten Kontakten und Empfehlungen oft innerhalb von zwei Wochen. Aus Sichtbarkeit auf LinkedIn oder Google nach sechs bis acht Wochen regelmäßiger Arbeit. Wer nach drei Wochen aufhört, hat nie eine faire Chance gehabt.
Ist Kaltakquise erlaubt? Telefonisch gegenüber Verbrauchern nur mit ausdrücklicher Einwilligung, gegenüber Unternehmen mit mutmaßlicher Einwilligung, so steht es in § 7 UWG. Werbe-E-Mails an Fremde brauchen immer die ausdrückliche Einwilligung. Wir empfehlen die warme Ansprache aus Maßnahme 8, sie ist erlaubt und funktioniert besser.
Wie kann ich alte Kunden zurückgewinnen? Mit einem Anlass statt einem Angebot. Ein passender Artikel, eine Frage zum damaligen Projekt, ein Hinweis auf eine Änderung, die den Kunden betrifft. 30 Minuten pro Woche für drei Personen, siehe Maßnahme 3.
Was ist der Unterschied zwischen Kundengewinnung und Akquise? Akquise ist der aktive Teil: Menschen ansprechen. Kundengewinnung umfasst alles, was davor und danach passiert, von der Positionierung bis zur Empfehlung. Wer nur Akquise macht, spricht ständig Fremde an. Wer Kundengewinnung als System betreibt, spricht Menschen an, die schon warm sind.
Der nächste Schritt
Fang mit Maßnahme 1 an, heute, mit deiner Website-Adresse und drei alten Projekten. Nach drei Stunden hast du ein Kundenprofil, das jede weitere Maßnahme kürzer macht. Alles andere kommt in der Reihenfolge von oben.
Wenn du dir das System nicht selbst zusammenbauen willst, schau dir den Mango Marketing Booster an. Und wenn du erst mal nur den Wochenplan willst: Er steht oben in der Tabelle. Druck ihn aus und häng ihn neben den Monitor. In acht Wochen streichst du durch, was nicht funktioniert hat.
Veröffentlicht am 10.09.2026. Gesetzesangaben und Zahlen geprüft am 02.09.2026. Nächste Prüfung geplant für März 2027.


